Mietwagenrundreise San Francisco zum Yosemite Nationalpark (1):
Juli, Bucht von Monterey, am Strand, 13:30 Uhr.
Steife Brise aus dem Westen, Sonne, riesige Strände mit Dünen. Nordseestimmung in Kalifornien. Nur ohne Fischbrötchen. Haben in Santa Cruz übernachtet, circa 80 Meilen südlich von San Francisco am pazifischen Ozean. Und prompt kommt nach Tagen des Nebels („The coldest winter in summer did I find in San Francisco“, Mark Twain), vor dem wir Richtung Süden aus SF mit dem Mietwagen geflohen sind, die Sonne raus. Da macht Strand doch gleich mehr Spaß. Auch wenn man nicht baden kann, weil der Pazifik auch Ende Juli viel zu kalt ist. Santa Cruz gilt als Surferparadies. Allerdings nur für Surfer in Neoprenanzügen.
Gestern suchten wir Seelöwen am Strand. Aber die hatten sich in eine unzugängliche Bucht zurückgezogen. Wir hörten sie, sahen sie aber nicht. Dafür machten wir einen herrlichen Spaziergang an einem menschen- und seelöwenleeren Sandstrand vor steilen Sandsteinklippen. Der Pazifik brandete heran und führte seltsame Tentakel mit sich: riesige Algen, hohl und armdick, fühlten sich an wie Gartenschläuche aus Gummi und sahen aus wie Überbleibsel von Außerirdischen. Das Meer ist leider immer noch so kalt, dass nur unerschrockene Kinder und Surfer in Gummianzügen baden. Schöne große Wellen, aber keine fünf Meter hoch (die gibt’s nur im Winter). Endlose Dünen und Sandstrand.
Die Landschaft südlich von SF ist eher karg, verkarstet (hatte ich eigentlich erst bei Los Angeles erwartet), überraschend wenige Menschen, kaum Ackerbau und Viehzucht, viele schöne Buchten mit Sandstrand (leider schon wieder oft im Nebel), gleich hinter der Küste fängt ein wüstenähnliches Hügelland an (und der Nebel verschwindet dort).
Erst jetzt kurz vor Monterey sahen wir intensive Landwirtschaft, vor allem Gemüseanbau, Artischocken, Salat, Erdbeeren. Viele Erntearbeiter auf den Feldern (John Steinbeck!).
Kurzer Abstecher nach Carmel by the Sea, ein fast schon unwirklich idyllischer Ort am Meer, wo Clint Eastwood mal Bürgermeister war. Ein Ort (nur) für reiche Leute. Stinklangweilig, aber hübsch.
Wir „besuchten“ Henry Miller in Big Sur. Das war hier sein Paradies. Auch die Beach Boys haben diese Gegend mit ihren riesigen Redwoods besungen. Man kann herrliche Spaziergänge unternehmen – und es sind erstaunlich wenige Menschen unterwegs.
(Fortsetzung folgt…)
Die Route Teil 1: Mietwagenrundreise San Francisco bis nach Big Sur