
Los Angeles Venice Beach
Los Angeles – ja. Beverley Hills – natürlich. Hollywood – auf jeden Fall. Mit der Mega-Metropole Los Angeles, die hinsichtlich Bedeutung und Ansehen in einem ewigen Zweikampf mit der Ostküsten-Schwester New York City steht, hat man touristisch das ganz große Los gezogen. Die Stadt ist einzigartig und verkörpert das sonnige Image Kaliforniens in Reinkultur.
Aber nirgends kann man genau das so konzentriert erleben und genießen wie in Venice, jenem Stadtteil am Pazifik, der bereits 1925 nach L.A. eingemeindet worden ist und dessen Name darauf zurückzuführen ist, dass der Zigaretten-Mogul Abbot Kinney im Jahre 1900 dieses damals noch unberührte Land kaufte mit dem Vorhaben, ein zweites Venedig mit Kanälen und Palästen zu erschaffen. Geglückt ist das nicht wirklich, aber immerhin haben sich noch ein paar dieser prächtigen Gebäude aus der Gründungszeit und einige künstliche Wasserstraßen erhalten.
Nein, Neu-Venedig ist nicht entstanden, aber dafür hat sich aus dem ursprünglich kleinen Ort etwas ganz Außergewöhnliches und unbedingt Sehenswertes entwickelt. Vor allem seit den sechziger Jahren wurde Venice, insbesondere Los Angeles Venice Beach, zu einem Hot Spot für Hippies, Freaks alle Art, Aussteiger, Künstler und Fitnessbegeisterte. Ein knallbunter Mix, wie er in der Form heute wohl an keinem anderen Ort anzutreffen ist.
Am quirligsten ist das bunte Leben direkt am Meer. Los Angeles Venice Beach ist wohl der berühmteste Strand der USA, und alle, die es lebendig und atemlos lieben, werden sich hier auf Anhieb zu Hause fühlen. Am etwa viereinhalb Kilometer langen Sandstrand lässt sich der Urlaub komfortabel und abwechslungsreich verbringen. Aller erdenkbarer Strand- und Wassersport wird hier angeboten und neben Restaurants und Bars säumen auch einige Hotels und Ferienhäuser die überaus schick ausgebaute Strandpromenade.
Vor allem der Freizeitsport findet am Venice Beach in jeder erdenklichen Form seine unzähligen Anhänger. Während die Sonnenanbeter faul in der Sonne liegen, tummeln sich auf der Promenade sowie im und am Wasser jede Menge Sportbegeisterter. Vom Inline-Skating über Kite-Surfen bis zum Body-Building geht hier alles, und so bietet sich nicht nur den Augen jede Menge Abwechslung.
An schönen Sonnentagen ist es ein Muss, wenigstens einmal am Ocean Front Walk zu promenieren und sich dem Treiben der selbstverliebten Body-Enthusiasten, Musikern, Straßenkünstlern und Artisten hinzugeben. Der legendäre Ocean Front Walk von Venice gilt als die verrückteste Meile von L.A. Hier trifft man auf Musiker, Breakdancer, Skatingakrobaten mit halsbrecherischen Kunststücken, Clowns und anderen Straßenkünstler, die Shows mit teilweiser hervorragender Chorgeografie vorführen. Alles in allem ist der Ocean Front Walk ein Korso der Eitelkeiten und Selbstdarstellung, auf der Hunde im Kinderwagen spazieren gefahren werden und figurbewusste Bikiniträger zeigen, was sie haben.
Berühmtester Sohn des Stadtteils ist Jim Morrison, legendärer und früh verstorbener Sänger der US-Kult-Band „The Doors“. Da ist es nur folgerichtig, dass auch der 1991 unter der Regie von Oliver Stone entstandene Kino-Film über die Band zum Teil in Venice gedreht wurde. In diesem kleinen Clip erklärt der Regisseur einiges dazu (engl.).
Auch sonst ist der Stadtteil am Pazifik ein gern gewählter Schauplatz für Kino- und TV-Produktionen: Das „A-Team“ etwa oder der Dauerbrenner „Baywatch“ sind hier zu Hause; das Meer, die unvergleichliche Atmosphäre und die immer schönen Menschen sind eine ideale Kulisse und bringen den amerikanischen Traum somit in jedes Wohnzimmer. Aber kein TV-Film kann das wiedergeben, was Los Angeles Venice Beach wirklich ausmacht. Man muss es mit eigenen Sinnen erleben!